14.11.2024, aktualisiert am 23.04.2026 Security IT Management
Das NIS-2-Umsetzungs- und Cybersicherheitsstärkungsgesetz (NIS2UmsuCG) ist am 6. Dezember 2025 in Kraft getreten. Damit ist ein großer Teil der deutschen Wirtschaft zu umfassenden Maßnahmen im Bereich Cyber Security verpflichten. Betroffen sind insbesondere Betreiber kritischer Anlagen (KRITIS) sowie andere Einrichtungen, die bestimmte Größenkriterien erfüllen. Um diesen neuen Anforderungen gerecht zu werden und die gesetzlich vorgeschriebenen Qualifikationsnachweise zu erbringen, sind gezielte Schulungsmaßnahmen für Unternehmen unerlässlich.
Weitere allgemeine Informationen zur NIS-2 Richtline und zum NIS2UmsuCG finden Sie in unserem Blogartikel Die NIS-2 Richtlinie – Cybersicherheit in Europa.
Die Umsetzung von NIS‑2 erfordert nicht eine einzelne Maßnahme, sondern ein Zusammenspiel unterschiedlicher organisatorischer, technischer und personeller Kompetenzen. Entsprechend ergibt sich auch ein mehrstufiger Schulungsbedarf, den Unternehmen strukturiert betrachten sollten.
NIS-2: Schulungen zum Aufbau eines ISMS
Schulungen im Umfeld von ISMS dienen primär dem strukturellen und organisatorischen Aufbau der Informationssicherheit und sind ein zentraler Baustein – aber nicht der einzige – im Rahmen von NIS‑2.
Ein Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) bildet das Fundament für die Erfüllung der gesetzlichen NIS-2-Anforderungen gemäß BSIG. Es systematisiert die Planung, Implementierung, Überwachung und Verbesserung der Informationssicherheit in Unternehmen. Wir bieten hierzu praxisnahe Kurse zur ISO 27001 und zum BSI-Grundschutz an. Diese Schulungen vermitteln das notwendige Wissen, um ein effektives ISMS aufzubauen und zu betreiben. Zudem unterstützen sie die Geschäftsführung dabei, ihrer gesetzlichen Überwachungspflicht nachzukommen.
Zur Unterstützung beim Aufbau und Betrieb eines ISMS bieten sich unterschiedliche Schulungsformate an – von grundlegenden Einführungen bis hin zu vertiefenden Rollen‑ und Zertifizierungstrainings, etwa im Umfeld von ISO/IEC 27001 oder BSI‑Grundschutz.
ISO/IEC 27001
Die ISO/IEC 27001 ist ein international anerkannter Standard für Informationssicherheitsmanagementsysteme (ISMS). Sie definiert Anforderungen für den Aufbau, die Implementierung, den Betrieb und die kontinuierliche Verbesserung eines ISMS in Organisationen.
Die Umsetzung der ISO 27001 hilft Unternehmen, ihre Informationssicherheit systematisch zu managen, Risiken zu minimieren und das Vertrauen von Kunden und Geschäftspartnern zu stärken. Sie fördert zudem die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und die Entwicklung einer Sicherheitskultur in der Organisation.
BSI Grundschutz
Der IT-Grundschutz des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist ein umfassendes Konzept zur Gewährleistung der IT-Sicherheit in Organisationen. Er bietet standardisierte Methoden und Maßnahmen zur Minimierung von IT-Risiken und zielt darauf ab, ein Mindestmaß an IT-Sicherheit in Unternehmen und Behörden zu etablieren.
Das BSI stellt IT-Grundschutz-Standards für ein Managementsystem der Informationssicherheit, zur IT-Grundschutz-Vorgehensweise, Risikoanalyse und zum Notfallmanagement bereit. Der IT-Grundschutz des BSI stellt somit einen praktischen und strukturierten Ansatz dar, um IT-Sicherheit in Organisationen zu implementieren und zu verbessern.
Digitale Rettungskette des BSI
Die Digitale Rettungskette des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist ein strukturierter Ansatz zur Bewältigung von IT-Sicherheitsvorfällen, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Privatpersonen. Sie besteht aus mehreren Eskalationsstufen, die aufeinander aufbauen:
- Hilfe zur Selbsthilfe über die Website des CSN
- Hotline des CSN
- Qualifizierung zum Digitalen Ersthelfer
- Qualifizierung zum Vorfall-Praktiker nach BSI/ACS-Standard
- Qualifizierung zum Vorfall-Experten nach BSI/ACS-Standard
- IT-Dienstleister mit einem Team von Vorfall-Experten
Die Digitale Rettungskette zielt darauf ab, eine schnelle und effektive Reaktion auf IT-Sicherheitsvorfälle zu ermöglichen und die Resilienz von Unternehmen zu stärken. Daher ergänzt die Digitale Rettungskette des BSI auch ein Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS), indem sie eine strukturierte externe Unterstützung für den Fall von IT-Sicherheitsvorfällen bietet und somit die Reaktionsfähigkeit und Resilienz von Organisationen stärkt.
Security Schulungen für IT-Mitarbeiter
Um den gestiegenen Anforderungen an die IT-Sicherheit gerecht zu werden, ist es unerlässlich, dass alle IT-Mitarbeiter über ein solides Grundwissen im Bereich Security verfügen. Dazu zählen Kurse, die von den Grundlagen der IT-Sicherheit bis hin zu spezialisierten Themen wie Netzwerksicherheit, Verschlüsselungstechnologien oder Penetrationstesting reichen. Dieses Wissen ist entscheidend, um potenzielle Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.
Zur Vorbereitung auf die Anforderungen der NIS‑2‑Richtlinie kann je nach Rolle und Reifegrad des Unternehmens eine Kombination aus unterschiedlichen IT‑Security‑Schulungen sinnvoll sein – von grundlegender Awareness über rollenbezogene Vertiefungen bis hin zu technischen Spezialthemen.
Eine NIS‑2 Überblicksschulung kann dabei als Einstieg dienen, um Verantwortliche und Mitarbeitende für die neuen regulatorischen Anforderungen zu sensibilisieren und ein gemeinsames Verständnis zu schaffen. Eine solche Überblicksschulung zu NIS‑2 bieten wir als eigenständiges Format an.
Zusätzlich zu den allgemeinen Schulungen der IT Security gibt es auch Kurse bestimmter Hersteller in diesem Bereich. Eine Übersicht dazu finden Sie in unserem Top IT Thema Cyber Security.
Fazit: Kontinuierliche Weiterbildung als Schlüssel zum Erfolg
Die sich ständig weiterentwickelnde Bedrohungslandschaft in der Cybersicherheit erfordert eine kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeiter. Regelmäßige Schulungen sind nicht nur eine Notwendigkeit, um den gesetzlichen Anforderungen der NIS2-Richtlinie gerecht zu werden, sondern auch um die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens gegen Cyberangriffe nachhaltig zu stärken.
Unternehmen sollten die NIS-2 und das NIS2UmsuCG als Chance sehen, um ihre Mitarbeiter gezielt zu schulen sowie die notwendigen Strukturen und Prozesse aufzubauen. Nur so können sie den Herausforderungen der digitalen Sicherheit effektiv begegnen und ihre kritischen Infrastrukturen nachhaltig schützen.
Entscheidend ist dabei nicht die einzelne Schulung, sondern ein aufeinander abgestimmtes Qualifizierungskonzept, das Awareness, Fachkompetenz und organisatorische Verantwortung gleichermaßen berücksichtigt.
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