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Das neue CCNA Training

Erfahrungen und Empfehlungen

 06.03.2020     Cisco

Neue Cisco Zertifizierungen seit Februar 2020

Zum 24. Februar 2020 hat Cisco das gesamte System an Kursen und Zertifizierungen vollständig auf den Kopf gestellt. Noch nie gab es bei den Cisco Career Certifications eine vergleichbare Umstellung mit derart großen Auswirkungen und Veränderungen.
 
Was geblieben ist, sind die grundsätzlichen Bezeichnungen der Karrierestufen Entry, Associate, Professional und Expert. Auch die bekannten Personenzertifizierungen heißen wie bisher CCNA, CCNP und CCIE. Der Weg zu diesen Labels in den unterschiedlichen Fachrichtungen ist allerdings ein ganz anderer als bisher.
 
Beim CCNA (Cisco Certified Network Associate) ist es so, dass es keine fachliche Spezialisierung mehr auf der Associate-Ebene gibt. Früher wurde unterschieden zwischen CCNA Routing & Switching, CCNA Security, CCNA Collaboration, CCNA Cloud, CCNA Data Center, CCNA Service Provider und CCNA Wireless. Außerdem gab es noch den CCDA für das Spezialgebiet Network Design. Dagegen gibt es heute nur noch die eine Zertifizierung CCNA. Diese dient als Grundlage für die weitere Entwicklung in die Fachrichtungen Enterprise, Service Provider, Data Center, Security und Collaboration.
 
Für den neuen CCNA ist auch nur noch ein fünftägiger Kurs nötig. Früher waren es für jeden CCNA jeweils zwei Kurse. Mit dem alten Einstiegskurs ICND1 konnte nur der Status CCENT erworben werden (Cisco Certified Entry Networking Technician), der im Markt jedoch nicht besonders gefragt war.
 
Neben dem neuen allgemeinen CCNA gibt es jetzt nur noch die Sonderfälle DevNet Associate (neu) und Cyber Ops Associate.
 
Im Februar 2020 haben wir die ersten Kurse „CCNA - Implementing and Administering Cisco Solutions“ nach dem neuen Standard durchgeführt. Aus den Erfahrungen dieser Trainings möchten wir berichten und einige Empfehlungen daraus ableiten.
 

Das Themenspektrum ist groß

Wer in der Cisco-Welt zuhause ist und CCNA hört, denkt meist an den früheren CCNA Routing & Switching. Um diesen Status zu erwerben, sollten die beiden Kurse ICND1 und ICND2 gehört werden. Diese hatten sich über viele Jahre hinweg zu echten Klassikern im Bereich der IT Trainings entwickelt.
 
Somit dient der frühere CCNA Routing & Switching für viele Teilnehmer immer noch als Vergleichsmaßstab, um den neuen Kurs und die zugehörigen Prüfungsanforderungen besser einordnen zu können.
 
Sowohl die Kursteilnehmer als auch die Trainer berichten übereinstimmend, dass das neue Training „CCNA - Implementing and Administering Cisco Solutions“ eine große thematische Breite abdeckt. Es sind jetzt deutlich mehr Themen, als das bei der früheren Kombination aus ICND1 und ICND2 der Fall war.
 

Inhaltlich geht es zur Sache

Im neuen CCNA Training stehen zunächst die Grundlagen der Netzwerkkommunikation im Fokus. Networking Technologies, LANs, Switching, Routing, das IP Protocol, die IP-Adressierung in den Varianten IPv4 und IPv6 sowie das Subnetting werden erklärt.
 
Der Teilnehmer lernt das Cisco IOS kennen und konfiguriert Cisco Router und Switches. Dabei wird der Packet Delivery Prozess Ende-zu-Ende vermittelt. Damit wird verdeutlicht, wie ein IP-Paket z. B. von einem Client zu einem  Server transportiert wird und welche Rolle die beteiligten Router und Switches spielen. Auch eine erste Einführung in das Troubleshooting der Systeme ist im Kurs enthalten.
 
Weiter geht es mit der Konfiguration statischer Routen, VLANs und Trunks, Routing zwischen VLANs, OSPF, EtherChannel, ACL Basics und der Internet Connectivity (DHCP und Relay Agent bzw. IP-Helper Address).
 
Bis zu diesem Punkt werden alte Cisco Hasen sagen – im Westen nichts Neues. Sind die genannten Themen doch allesamt aus den früheren ICND-Kursen bekannt. Allerdings ist zu bemerken, dass diese Inhalte in recht kompakter Form präsentiert werden. Die Kurse ICND1 und ICND2 zusammen dauerten immerhin zehn Tage – deren wichtigste Themen werden im neuen Kurs in etwa viereinhalb Tagen vermittelt.
 
Im Vergleich zu den früheren Kursen sind die Inhalte sehr stark ausgebaut worden, die die zweite Hälfte des letzten Kurstages einnehmen. Hier geht es um Software-Defined Networking (SDN) und Netzwerkprogrammierung, die REST API, Netconf und Yang. Ein Ausblick erfolgt in Netzwerk-Automatisierungstools wie Ansible, Puppet und Chef. Zudem gibt es noch einige Informationen zum Gerätemanagement und zum einfachen Device Hardening.
 
Diese Inhalte sind für den klassischen Netzwerker nach alter Schule sicher eine besondere Herausforderung. Die Paradigmen der Netzwerkarchitektur verändern sich und hier schlagen sich solche Entwicklungen bereits im neuen Cisco Basiskurs nieder. Schön, dass in den Kursunterlagen dieser Teil sehr ausführlich behandelt wird! Hier wurde im Course Development seitens Cisco viel neuer Content erstellt. Übrigens werden die Unterlagen, wie bei allen Cisco Kursen üblich, in digitaler Form auf Englisch zur Verfügung gestellt.
 
CCNA Training bei ExperTeach

Hausaufgaben – Self-Study nach dem Kurs

Wie bekommt man die Inhalte von zehn Kurstagen in nur noch fünf Tagen unter? Und packt dann noch ein neues Themengebiet dazu?
 
Einerseits wurden manche Inhalte der alten ICND-Kurse ausgelagert. Beispielsweise wird EIGRP jetzt nicht mehr auf CCNA-Ebene behandelt. Dieses Thema ist nun im weiterführenden Kurs ENCOR – Implementing and Operating Cisco Enterprise Network Core Technologies enthalten, der zur CCNP-Zertifizierung gehört.
 
Andererseits gibt es spezielle Kapitel zu den Themen Wireless, Security und Data Center (Virtualisierung). Diese sind im offiziellen Kursablauf nicht vorgesehen und werden daher nicht behandelt – schon aus Zeitgründen ist dies nicht möglich. Vielmehr sind diese Kapitel von Cisco als Self-Study vorgesehen. Das heißt, nach dem Kursbesuch sollen die Teilnehmer sich diese Inhalte in Eigenregie aneignen. Dafür sind drei Tage angesetzt – in der Praxis könnte es auch etwas länger dauern, je nach den individuellen Vorkenntnissen.

Discovery Labs und FastLabs

Jeder Teilnehmer bekommt von Cisco ein virtuelles Lab zur Verfügung gestellt. Die Labs umfassen Router, Switches, Server und PCs. Die Topologie orientiert sich an einem kleinen Unternehmensnetz mit einer Internet-Anbindung. Von Aufgabe zu Aufgabe variiert die Netztopologie, um das jeweilige Thema möglichst klar zu vermitteln.
 
Bei den Labs gibt es zwei Typen, Discovery Labs und FastLabs. Letztere wurden früher als Challenge Lab bezeichnet. Bei einem Discovery Lab folgt der Teilnehmer einer detaillierten Anleitung. Wie in einem Kochrezept wird jeder Schritt genau beschrieben. Diese werden minutiös befolgt und so kommt das funktionsfähige Ergebnis am Ende einer Übung zustande.
 
Ein FastLab dagegen setzt bereits auf mehr Eigenständigkeit. Die Aufgabe wird nur grundsätzlich beschrieben. Der Teilnehmer muss die nötigen Einzelschritte selbst herausfinden und umsetzen. Beim FastLab sind neben der Übungsmöglichkeit selbst auch Quizfragen zur Überprüfung des eigenen Kenntnisstands integriert.
 
Auf die Labs kann man 90 Tage lang bzw. maximal 60 Stunden zugreifen. Im Kurs wird übrigens nur ein kleiner Teil dieses Kontingents benötigt, sodass anschließend noch ausgiebig geübt werden kann. Beispielsweise kann diese Lab-Zeit genutzt werden, um die Inhalte der Self-Study-Kapitel einzuüben oder sich auf die CCNA Prüfung vorzubereiten.
 
Bei den Labs handelt es sich zum großen Teil um bewährte Übungen, die schon in den früheren Kursen ICND1 und ICND2 enthalten waren.
 
VLAN and Trunk Lab im CCNA Training
 

Für wen ist der neue CCNA Kurs geeignet?

Das neue CCNA Training ist zwar im Einstiegsbereich positioniert, aber doch mit einer ganzen Menge an Stoff aus den unterschiedlichsten Themengebieten gefüllt. Daher wird es für Einsteiger, die wenig Vorkenntnisse mitbringen, nicht ganz leicht sein, dem Kurs in allen Aspekten zu folgen.
 
Unsere Empfehlung lautet daher: Wer noch keine guten Grundkenntnisse im Netzwerkumfeld mitbringt, sollte sich diese vorher aneignen. Für diese Zielgruppe haben wir den Kurs Cisco Routing & Switching im Enterprise - Der kompakte Einstieg in das IOS-XE entwickelt. In dieser Veranstaltung ist wesentlich mehr Zeit vorgesehen, um die wesentlichen Grundlagen zum Aufbau von Netzwerken zu vermitteln. So kann das erforderliche Hintergrundwissen aufgebaut werden. Dies versetzt die Teilnehmer in die Lage, die Ergebnisse der praktischen Übungen zu verstehen und so zu verarbeiten, dass sie diese auch praktisch anwenden können.
 

Wie sieht die neue CCNA Prüfung aus?

Zum neuen CCNA Training gibt es natürlich auch eine neue Prüfung. Dieses Exam ist in einem VUE Test Center abzulegen und hat die Nummer 200-301.
Sehr erfreulich ist, dass Cisco angibt, welche Themenbereiche mit welchem Anteil in die Prüfung eingehen.
 
  • Network Fundamentals 20%
  • Network Access 20%
  • IP Connectivity 25%
  • IP Services 10%
  • Security Fundamentals 15%
  • Automation and Programmability 10%
Dies ist doch eine große Hilfe bei der Vorbereitung auf die CCNA Certification. So wird klar, dass der umfangreichste Teil der Kursunterlagen (Automation and Programmability) noch lange nicht das größte Gewicht bei den Prüfungsfragen hat.
 
Wer die Prüfung bestanden hat, darf sich drei Jahre lang mit dem Status CCNA schmücken!
 
CCNA Zertifikat
 

Unser Fazit

Das neue Training „CCNA - Implementing and Administering Cisco Solutions“ bietet einen umfassenden Überblick über die heute aktuellen Technologien in den Netzwerken. Er hat das Zeug dazu, in kurzer Zeit zum Klassiker der IT Weiterbildung zu werden. Allerdings wird es ganz ohne Vorkenntnisse schwer sein, in allen Aspekten zu folgen und die anschließende Prüfung zu bestehen. Daher empfehlen wir allen Interessenten, die eigenen Vorkenntnisse zu prüfen. Sind diese nicht vorhanden, sollte zunächst das Basiswissen aufgebaut werden, damit der anschließende Besuch des CCNA Trainings auch zu einem Erfolg wird!

CCNA Online Training

Übrigens bieten wir die CCNA Kurse nicht nur als Präsenztraining an. Sie können auch an einem CCNA Online Training teilnehmen. In der Regel bieten wir dazu Hybridkurse an, bei denen sich Online-Teilnehmer in einen Präsenzkurs dazuschalten können.
 

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